Unternavigation

Landesaktionsplan:

Logo der Landesinitiative NRW inklusiv
Landesaktionsplan „Eine Gesellschaft für alle - NRW inklusiv“
- auch in Leichter Sprache -

Gelebte Inklusion:

Logo: Inklusionskataster NRW
Inklusion erfolgreich und gemeinsam umsetzen - Wege zum inklusiven Gemeinwesen

Info-Portal Barrierefreiheit:

Logo: informierbar
NRW InformierBar - Informationen zur Barrierefreiheit öffentlich zugänglicher Einrichtungen in NRW

Projekt:

Logo: PIKSL
PIKSL - Personenzentrierte Interaktion und Kommunikation für mehr Selbstbestimmung im Leben

Inhalt

Einleitung und rechtliche Grundlagen

Ältere Frau mit Gehstock und Einkaufstrolley geht den Gehsteig entlang, Aufnahme von hinten
Eine barrierefreie Umwelt ist eine
Voraussetzung dafür, dass ältere
Menschen länger mobil sein können.

Öffentlich zugängliche Gebäude ohne Barrieren, das sind Gebäude für alle Menschen. Ein stufenloser Gebäudeeingang beispielsweise nützt Eltern mit Kinderwagen und Personen im Rollstuhl oder mit einem Rollator gleichermaßen. Und gut lesbare Hinweisschilder sind nicht nur für Menschen mit Sehbehinderungen hilfreich, sie erleichtern auch allen anderen Besucherinnen und Besuchern eines öffentlich zugänglichen Gebäudes die Orientierung. Dass es sich bei solchen Maßnahmen nicht um isolierte Maßnahmen für behinderte Menschen handelt, sondern dass Barrierefreiheit mehr Komfort für alle bedeutet - diese Erkenntnis hat in den letzten Jahren an Verbreitung gewonnen. Jeder kann vorübergehend auf eine barrierefreie Gestaltung angewiesen sein, wenn er zum Beispiel mit schwerem Gepäck, Gipsbein oder ohne Lesebrille unterwegs ist. Eine barrierefreie Gestaltung berücksichtigt die Bedürfnisse aller Menschen mit Einschränkungen aufgrund von Krankheit, Unfall, Alter oder angeborener Behinderung. Dementsprechend fordert die Zielsetzung eines Designs für Alle eine universelle Zugänglichkeit für und Nutzbarkeit durch alle Menschen.

Barrierefreiheit ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil einer vorausschauenden Planung. Als Folge der demografischen Entwicklung wird der Anteil der Menschen mit altersbedingten Einschränkungen in der nahen Zukunft deutlich zunehmen. Im Jahre 2008 war jeder fünfte Einwohner Nordrhein-Westfalens zwischen 60 und 80 Jahre alt, 2025 wird es jeder vierte Einwohner sein. Vor diesem Hintergrund gewinnt eine barrierefreie Umwelt immer mehr an Bedeutung. Auch die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen unterstreicht die Bedeutung von Barrierefreiheit. Seit März 2009 ist die UN-Konvention in Deutschland geltendes Recht und fordert umfassende und wirksame Teilhabe von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft. Das Behindertengleichstellungsgesetz (als Bundesgesetz in Kraft getreten am 1. Mai 2002) und das Behindertengleichstellungsgesetz Nordrhein-Westfalen (in Kraft getreten am 1. Jan. 2004) verpflichten insbesondere Bund, Länder und Kommunen zur barrierefreien Gestaltung, wenn bauliche Anlagen errichtet oder geändert werden. Das betrifft neben den baulichen und sonstigen Anlagen auch andere gestaltete Lebensbereiche.

Ältere Frau geht mit dem Rollator einen Weg vor einer Wohnanlage entlang
Ein barrierefreies Wohnumfeld gewinnt
angesichts der demograischen Entwicklung
zunehmend an Bedeutung.

Die gestaltete Umwelt sollte für alle Menschen barrierefrei auffindbar, zugänglich und nutzbar sein. Mit dieser Forderung des Behindertengleichstellungsgesetzes NRW (BGG NRW) wird das Ziel verfolgt, allen Menschen die gleichen Chancen auf eine selbst bestimmte Lebensführung einzuräumen. Eine wesentliche Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ist eine barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes und der öffentlichen Gebäude. Laut BGG NRW ist Barrierefreiheit dann gegeben, wenn eine Nutzung für Menschen mit und ohne Behinderungen gleichermaßen möglich ist - grundsätzlich ohne fremde Hilfe und in der allgemein üblichen Art und Weise.

Wird ein Gebäude neu errichtet oder geändert, ist die Landesbauordnung zu beachten. Die Barrierefreiheit von öffentlich zugänglichen Gebäuden wird in § 54 der Bauordnung NRW geregelt, welche vom Landtag am 15.12.2016 beschlossen wurde. (Bei Redaktionsschluss der 4. Auflage dieser Broschüre steht fest, dass der Termin für das Inkrafttreten der Landesbauordnung auf den 28.12.2018 verschoben werden soll, jedoch ist offen, ob § 54 geändert wird.) Die Vorschrift bezweckt, dass in öffentlich zugänglichen baulichen Anlagen, Menschen mit Behinderungen, alte Menschen und Personen mit Kleinkindern gegenüber den sonstigen Besucherinnen und Besuchern nicht benachteiligt werden. Es kommt darauf an, dass die baulichen Anlagen und Einrichtungen für alle Menschen ihrem Zweck entsprechend in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind.

Eine Tafel mit Erläuterungen in Schwarz- und in Punktschrift
Wichtige Informationen müssen bei allen
Menschen ankommen, auch bei Menschen mit
Sinnesbehinderungen.

DIN 18040 Teil 1 enthält die wesentlichen Vorschriften für die Barrierefreiheit in öffentlich zugänglichen Gebäuden. Hier werden auch umfassende Anforderungen an die sensorische Wahrnehmung (Sehen, Hören, Tasten) berücksichtigt. Die vorliegende Broschüre berücksichtigt die Inhalte der neuen DIN 18040 Teil 1. Neben Vorkehrungen für Menschen mit Einschränkungen der Mobilität werden auch Lösungen aufgezeigt, wie Barrierefreiheit für Menschen mit Sinnesbehinderungen nach der neuen Richtlinie umgesetzt werden kann.

Eine junge Frau schiebt einen Kinderwagen über eine nicht abgesenkte Bordsteinkante
Barrierefreiheit nützt vielen Menschen,
zum Beispiel Eltern mit Kinderwagen.

Die Broschüre wendet sich an Verantwortliche in den Kommunen, Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderungen sowie Planende und bietet Hilfen bei der praktischen Umsetzung von Barrierefreiheit. Die Veröffentlichung von guten Lösungsbeispielen verfolgt das Ziel, Barrierefreiheit zu einem selbstverständlichen Bestandteil der Planung von öffentlichen Gebäuden zu machen. Die Erfahrung zeigt, dass nur durch eine umfassende, frühzeitige Berücksichtigung der Anforderungen aufwändige Umplanungen und kostspielige Umbaumaßnahmen vermieden werden können. Um nicht an den Bedürfnissen der späteren Nutzerinnen und Nutzer vorbei zu planen, sollten die geplanten Maßnahmen außerdem frühzeitig mit den Interessenvertretungen von Menschen mit Behinderungen sowie Seniorinnen und Senioren abgestimmt werden.

Unterstützung bei der Umsetzung der Vorschriften und Richtlinien bietet die Agentur Barrierefrei NRW für Vertreterinnen und Vertreter der Behinderten-Selbsthilfe und der Kommunen. Die Agentur informiert bei baufachlichen Fragen und koordiniert Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahmen. Informationen z. B. über Arbeitsmaterialien, Schulungen und Workshops finden Sie unter: www.ab-nrw.de

Pfeilspitze nach linkszurück zur Inhaltsübersicht

Pfeilspitze nach rechtsweiter zum Kapitel 1: Zugänge zum Gebäude

Letzte Aktualisierung am 14.11.17