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Mobiltelefone

Mobiltelefone werden mittlerweile immer häufiger von vielen Personen verwendet. Für behinderte und auch für ältere Menschen stellen sich oft einige Fragen vor der Anschaffung eines solchen Mobiltelefons.

Im Folgenden sind häufige Fragen und Antworten aufgelistet.

Welche Probleme haben Senioren mit gängigen Mobiltelefonen, die inzwischen wahre Alleskönner – Telefon, Computer, Kamera usw. – sind?

Die modernen Handys haben oft zu kleine Tasten, schwer zu bedienende Mehrfachtasten (Wippschalter, Mehrfachbelegung bei kurzem oder langem Drücken) oder auch ein zu kleines Display. Auch die verwendeten Schriftgrößen und Kontraste auf Tasten und Display sind oft nicht geeignet. Viele Geräte bieten sehr viele Funktionen, die manche Senioren nicht benötigen oder benutzen und sie dann eher verwirren und bzw. nicht verstehen.

Wie muss ein Handy gestaltet sein, damit Senioren damit umgehen können?

Grundsätzlich sollte die eigentliche Funktion des Telefons – das Telefonieren – im Vordergrund stehen, um einen Umstieg aus der den Senioren vertrauten Telefonwelt zu erleichtern.
Die wichtigsten allgemeinen Leistungsmerkmale sind:

  • große Tasten mit einem Durchmesser von 1 cm oder größer mit spürbarem Druckpunkt
  • großes Display mit hohem Kontrast
  • lauter Klingelton, Vibrationsalarm und optische Anzeige
  • einfache Menüführung
  • robust, griffig und gut sichtbar
  • programmierbare Notruftaste
  • leichte SMS Unterstützung
  • Option zur Ansage der Menüs und das Vorlesen des Bildschirminhaltes

Das Trace Center in den USA hat einen Referenzentwurf für ein "Handy für Alle" vorgestellt. Eine deutsche Übersetzung bietet die Internetseite: http://www.ftb-net.de/handy.html. Leider sind wir in der Praxis noch weit von diesem Referenzentwurf entfernt.

Gibt es spezielle Handys für Senioren?

Ja gibt es, wie oben genannt mit großen Tasten, sehr übersichtlich und von verschiedenen Herstellern mit unterschiedlichen Funktionen.

Wenn ja, wie unterscheiden sie sich von normalen Handys? Welche Firmen bieten sie an? Wie sind die Kosten im Vergleich zu gängigen Modellen?

Man unterscheidet zwischen Komfort-Handys und Handys mit Service-Unterstützung. Komfort-Handys sind wie handelsübliche Handys aufgebaut, bieten jedoch eine seniorengerechter Ausstattung, wie große Tasten, großes Display etc. Handys mit Service-Unterstützung bestehen meistens nur aus einer bis drei Tasten, die fest eingespeicherte Nummern haben, wie zum Beispiel Notruf, den nächsten Angehörigen und Service mit Weitervermittlung. Mittlerweile haben einige Firmen die Senioren als Markt entdeckt. Eine Suche in der Internetsuchmaschine Google nach den Worten "Senioren" und "Handy" liefert eine Vielzahl an Verweisen auf Internetseiten und Shops, die sich speziell mit diesem Thema beschäftigen.

Der Preis liegt zwischen 100 und 600 Euro je nach Ausstattung. Auf dem Markt gibt es mittlerweile einige gute Seniorenhandys, die sich der Benutzer individuell auswählen sollte.

Gibt es spezielle Systeme für Senioren (wie TOGO für Kinder) mit Ortungsmöglichkeiten, Notruf-Taste usw.?

Diese gibt es, z.B. mit Ortungsmöglichkeiten über GPS, mit Sturzmelder und natürlich mit Notruf-Taste.

Wozu benutzen ältere Menschen Mobiltelefone – im Gegensatz zu Jüngeren?

Ältere Menschen nutzen das Handy hauptsächlich zum Telefonieren im Gegensatz zu jüngeren Menschen, die viele SMS schreiben und die Zusatzfunktionen des Handys nutzen.

In einem Handykurs für Senioren der Stadt Herdecke, den ich besucht habe, hatten die Teilnehmer hochmoderne Geräte, die sehr komplex waren und ihnen große Schwierigkeiten bereiteten. Besteht ein Informationsdefizit, welche Geräte man für ältere Menschen kaufen soll, seitens der Anbieter oder erkundigen sich die Käufer nicht richtig?

In unserer Beratungsstelle kommen oft Nachfragen von Senioren oder deren Angehörigen nach Handys für Senioren an.

Nokia hat auf der diesjährigen internationalen AAATE-Konferenz kürzlich Studien zu Anwenderwünschen vorgestellt. Eher auf Senioren zugeschnitten sind demnach einfache Handys ohne größere Funktionalität und mit eher größeren Tasten, die oft auch als Prepaid-Mobiltelefon angeboten werden. Auch größere Hersteller berücksichtigen offensichtlich Senioren als Zielgruppe. Je nach Anwendungsfall sind allerdings auch diese von Herstellern als seniorentaugliche Mobiltelefone konzipierten Handys aufgrund ihrer Menüführung, ihrer Tasten und Displays für manche Senioren nicht oder nicht leicht genug zu bedienen. Mobiltelefone mit extra großen Tasten oder mit Notruffunktionen werden überdies in der Regel nicht von den Shops der Mobilfunkbetreiber angeboten, sondern sind über den speziellen Fachhandel beziehbar.

Leider verlaufen die üblichen Verkaufsgespräche in den Telefonshops nicht nach dem individuellen Bedarf, sondern eher nach Handelsaktionen, die sich an einen Standardnutzer wenden (zum Beispiel: "Aktuell haben wir xyz im Angebot, das hat das beste Preis-/Leistungsverhältnis, das wird gerne genommen").

Können Sie eine Schätzung abgeben, wie viele Prozent der Menschen über 65 Jahren in Deutschland beziehungsweise wie viele von zehn Senioren ein Handy besitzen?

Bei Nachfragen im Internetcafe für Senioren im Forschungsinstitut Technologie und Behinderung gibt es kaum einen Teilnehmer ohne Handy.

Ist die Agentur im Bereich Handys für Senioren aktiv? Wenn ja, wie?

Wir haben schon vor Jahren Handykurse für Senioren in Kooperation mit dem Seniorenbüro der Stadt Wetter durchgeführt. Ferner haben wir in unserer ständigen Hilfsmittelausstellung Exponate zu dem Thema ausgestellt. Für Beratungen stehen wir gerne zur Verfügung.

International sind die Projekte COST 219ter und EDeAN (European Design for All e-Accessibility Network)zu erwähnen.
COST 219ter befasst sich mit Mobiltelefonie der nächsten Generation und Behinderung/ Alter, EDeAN ist ein europäisches Netzwerk für "Design für alle" EDeAN. Das Forschungsinstitut Technologie und Behinderung ist gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut nationaler Kontaktpunkt dieses Netzwerkes. In diesem Zusammenhang bestehen Kontakte zu anderen Forschungseinrichtungen und zur einschlägigen Industrie.

Letzte Aktualisierung am 22.07.10