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Scanning

Der englische Begriff "Scanning" beschreibt ein Auswahlverfahren, wobei jeweils ein auswählbares Feld oder eine Gruppe von auswählbaren Feldern durch eine Markierung hervorgehoben werden. Die Anzeige von auswählbaren Feldern erfolgt entweder automatisch in einer bestimmten chronologischen Reihenfolge (zum Beispiel: nacheinander horizontal oder nacheinander vertikal) oder sie geschieht manuell durch den Anwender selbst oder es erfolgt eine Kombination von beidem. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Verfahren, das Scanning durchzuführen, zu steuern und ein Feld auszuwählen. Grundsätzlich werden die Scanningverfahren nach Darstellungsart und Auslöseart unterschieden.

Darstellungsarten

Einzelschrittscanning
Die Felder werden einzeln der Reihe nach durchlaufen
Zeilen-Spalten-Scanning/Spalten-Zeilen-Scanning
Zeilen-Spalten-Scanning: im ersten Schritt ist zeilenweise eine Gruppe von Feldern auswählbar, nach Auswahl und Aktivierung einer Zeile werden die einzelnen Felder innerhalb der ausgewählten Zeile nacheinander Spalte für Spalte durchlaufen
Spalten-Zeilen-Scanning: im ersten Schritt ist eine Gruppe von Feldern spaltenweise auswählbar, nach Auswahl und Aktivierung einer Spalte werden die einzelnen Felder innerhalb der ausgewählten Spalte nacheinander Zeile für Zeile durchlaufen
Block-Scanning
Neben Auswahl nach Zeilen und Spalten ist auch eine Gruppierung in unterschiedliche Blöcke möglich. Häufig können hierbei dargestellte Feldgruppen in vier Blöcken ausgewählt werden: Gruppe links oben, Gruppe rechts oben, Gruppe links unten, Gruppe rechts unten. Nach Auswahl einer Gruppe erfolgt dann weiteres Block-Scanning innerhalb dieser Gruppe oder Zeilen-Spalten-/Spalten-Zeilen-Scanning oder Einzelschrittscanning

In Hinblick auf die Anzahl der Scan-Schritte, die im Mittel zur Auswahl eines Zeichens notwendig sind und damit auch die Schreibgeschwindigkeit beeinflussen, ist das Block-Scanning dem Zeilen/Spalten Scanning überlegen und dieses wiederum dem Einzelschritt-Verfahren. Auf der anderen Seite stellt Scanning eine nicht unerhebliche mentale Belastung dar, da die Markierung beobachtet werden muss, ohne das zu schreibende Zeichen aus dem Auge zu verlieren. Diese Belastung ist um so größer, je komplizierter das Scanning-Muster ist. In dieser Hinsicht ist das Einzelschritt-Verfahren dem Zeilen/Spalten und Block-Scanning überlegen. Oft werden die Methoden auch kombiniert, um die jeweiligen Vorteile zu nutzen. Da jedes der beschriebenen Verfahren Vor- und Nachteile hat, muss eine Auswahl vor dem Hintergrund der Fähigkeiten und Vorlieben von Benutzerin oder Benutzer getroffen werden. Dies gilt auch für die Steuerung des Scannings, denn unabhängig von den Darstellungsarten gibt es unterschiedliche Möglichkeiten die Markierung über die Tastatur zu bewegen und Zeichen auszuwählen.

Auditives Scanning
Die verschiedenen Auswahlverfahren sind nicht auf alleinige visuelle Darstellungsmethoden beschränkt. Die jeweils zur Auswahl stehenden Felder können auch durch akustische Signale oder lautsprachliche Ansagen angezeigt werden. In Geräten stehen hierfür integrierte Lautsprecher und Kopfhörerausgänge zur Verfügung. Die ausgegebenen Töne oder Ansagen helfen zusätzlich bei der Orientierung. Auditives oder akustisches Scanning wird zum Beispiel in Kommunikationshilfen (auch: "Kommunikator" oder "Talker") für sehbehinderte oder blinde Menschen eingesetzt.

Auslösearten

Automatisches Scanning
Die Markierung oder Auswahlanzeige von auswählbarem Feld oder einer Gruppe von auswählbaren Feldern ändert sich automatisch nach einer festen Zeitspanne. Diese Zeitspanne ist gewöhnlich anwenderabhängig und einstellbar. Die Auswahl und Aktivierung eines Feldes erfolgt durch einen Taster. Nach Auswahl und Aktivierung eines Feldes beginnt der Scan-Vorgang erneut. Für dieses Verfahren ist die (schnelle) Aktivierung nur eines Tasters notwendig.
Bei einem halbautomatischen Scanning startet eine erste Aktivierung des Tasters zunächst den Scan-Vorgang, während eine zweite Aktivierung desselben Tasters ein Feld auswählt und die diesem zugeordnete Aktion (zum Beispiel Schreiben eines Zeichens) auslöst. Zugleich wird mit der Auslösung der Scan-Vorgang beendet und kann erneut gestartet werden.
Wenn bei diesem teilautomatischen Scanning nach einem ersten Durchlaufen aller Felder kein Feld ausgewählt wurde, wird dadurch in der Regel zugleich der Scan-Vorgang beendet und muß neu gestartet werden. Einige Anwendungen bieten bei Nichtauslösung auch eine oder mehrere automatische Wiederholungen des Scan-Vorgangs an
(Einzel-) Schrittscanning
Der Scan-Vorgang wird durch einen Schalter oder Taster gestartet. Jede neue Betätigung des Schalters führt zur nächsten Auswahlmöglichkeit in Abhängigkeit der jeweils gewählten Methode: bei Einzelschrittscanning führt die Aktivierung des Schalters zur Markierung des nächsten Feldes, bei Zeilenschrittscanning zur Markierung der nächsten AusZeile und so weiter. Die Auswahl des Zeichens erfolgt bei dieser Methode in der Regel mittels eines zweiten Schalters oder Tasters. Kann keine weitere Taste bedient werden, kann auch das Verweilen auf einem Feld als Auslöser verwendet werden. Wird diese Methode verwendet und eine Verweildauer von zum Beispiel drei Sekunden gewählt, bedeutet dies: verweilt der Anwender drei Sekunden bei einem Feld, wird dieses Feld ausgewählt und die zugeordnete Aktion ausgelöst.
Schrittscanning wird in der Regel ausgewählt wenn die Bedienung von zwei oder mehr Tastern möglich ist.
Inverses Scanning
Das Scanning wird mit einem Schalter gestartet und läuft solange automatisch weiter bis der Schalter wieder losgelassen wird. Die Auswahl erfolgt entweder durch das Loslassen des Schalters oder durch einen zweiten Schalter.
Diese Methode wird verwendet, wenn das Deaktivieren eines Schalters oder Tasters für Anwender einfacher ist als Aktivieren eines Schalters oder Tasters.

Auch bei der Steuerung des Scannings sind Kombinationen der verschiedenen Verfahren möglich. Generell gilt: je mehr Schalter bedient werden können, desto komfortabler und flexibler kann das Scanning gesteuert werden.

Systembedingt ist die Eingaberate, die mit einer Bildschirmtastatur erreicht werden kann, deutlich niedriger, als die einer Standardtastatur. Die durchschnittliche Eingaberate eines nichtbehinderten, nichtprofessionellen Schreibers beträgt etwa 150 Zeichen pro Minute, die eines behinderten Schreibers mit Scanning bei etwa 3 bis 10 Zeichen pro Minute. Ein Grund für diesen großen Unterschied liegt unter anderem darin, dass beim Scanning nicht wahlfrei auf die Tastatur zugegriffen werden kann. Deshalb ist es wichtig, die Anzahl der Scanning-Schritte gering zu halten. Das kann durch ein Tastatur-Layout erreicht werden, welches die Buchstabenhäufigkeit bei der Anordnung der Tasten berücksichtigt. Die Buchstabenhäufigkeit ist sprachabhängig.

Eine weitere Maßnahme zur Steigerung der Eingaberate ist die Verwendung von Abkürzungserweiterung und Wortvorhersage-Programmen, die oft integraler Bestandteil einer Bildschirmtastatur sind.