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Inhalt

Anforderungen an barrierefreie Fahrzeuge im ÖPNV und SPNV

Der Deutsche Behindertenrat (DBR) empfiehlt Standards der Barrierefreiheit für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), hier ein Auszug zu den Anforderungen an barrierefreie Fahrzeuge:

Einstieg

  • Stufenloser, nahezu schwellen- und spaltenloser sowie neigungsarmer Zugang für alle Fahrgäste.
  • Zwingender Einsatz von Niederflurfahrzeugen.
  • Abweichung vom Grundsatz des Einsatzes von Niederflurfahrzeugen nur in begründeten Ausnahmefällen und nur im Auftragsverkehr; dann auch nur unter Einhaltung der Bestimmungen des Anhangs VII der Richtlinie 2001/85/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 20.11.2001 über besondere Vorschriften für Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit mehr als acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz (sog. Omnibusrichtlinie).
  • Lift oder Rampe (mechanisch oder elektrisch): für Busse an mindestens einer Tür und gemäß Richtlinie 2001/85/EG ausgebildet; für Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und andere Schienenfahrzeuge beidseitig und mindestens am vorderen und hinteren Ende des Fahrzeuges (Ausnahme: Einrichtungsfahrzeuge) sowie Ausbildung in sinngemäßer Anwendung der o. g. Richtlinie für Busse.
  • Haltestangen oder –griffe im Eingangsbereich, jedoch nicht als Mittelstange oder vergleichbare Hindernisse ausgebildet.
  • Leichtgängige, taktil erfassbare und möglichst großflächige Anforderungstasten außerhalb des Fahrzeuges auf einer Höhe von 85 cm oberhalb der standardmäßig vorhandenen Haltestellen-/Bahnsteighöhe; bei Differenz der vorhandenen Haltestellen-/Bahnsteighöhen von mehr als 20 cm mindestens zwei Anforderungstasten in unterschiedlicher Bedienhöhe.
  • Leicht erkennbare, standardisierte Piktogramme am barrierefreien Fahrzeugzugang.
  • Kontrastreiche Gestaltung der Türen und des gesamten Eingangsbereichs einschließlich der Haltegriffe, Bedienelemente und Piktogramme.
  • Akustische Fahrzielinformationen außen.
  • Kontrastreiche optische Fahrzielinformationen außen am Bug, am Heck und entlang der Längsseite des Fahrzeuges.

Innenraum

  • Stufenlose, schwellenlose und neigungsfreie Gänge und Bewegungsflächen im Bereich der Stellplätze für Rollstuhlnutzerinnen und –nutzer - und der besonderen Sitzplätze für behinderte Fahrgäste.
  • Ausreichende Bewegungsflächen und Bewegungsräume in Gängen, an Stell- und Sitzplätzen, in Toiletten und Servicebereichen:
    • Bewegungsfläche im Eingangsbereich und am Stellplatz für Rollstuhlnutzerinnern und -nutzer: mindestens 150 cm x 150 cm
    • Multifunktionale Fläche mit einer Breite oder Länge von mindestens 180 cm, wobei sich diese Fläche mit den Bewegungsflächen für Rollstuhlnutzerinnen und -nutzer überschneiden darf
    • WC-Gestaltung in sinngemäßer Anwendung der E DIN 18030 Barrierefreies Bauen (Nov. 2002)
  • Keine Einschränkung der Bewegungsräume oberhalb der Bewegungsflächen bis zu einer Höhe von 230 cm.
  • Durchgang durch Türen und in Gänge:
    • Türbreiten mindestens 90 cm
    • Gangbreiten möglichst 120 cm, aber mindestens 90 cm
    • Vollautomatischer Türbetrieb
  • Alle Bedienelemente und Kommunikationseinrichtungen immer auch für sitzende Personen:
    • Leichtgängige, möglichst großflächige Bedienelemente auf einer Höhe von 85 cm über Fußbodenoberkante.
    • Abstand von Bedienelementen und Kommunikationseinrichtungen für Roll-stuhlnutzerinnen und -nutzer zu allen Ecken mindestens 50 cm.
    • Haltestangen am Stellplatz für Rollstuhlnutzerinnen und -nutzer auf einer Höhe von 85 cm über Fußbodenoberkante.
  • Alle Bedienelemente und Kommunikationselemente kontrastreich und erhaben gestalten; Vgl. E DIN 18030 (Nov. 2002)
  • Kennzeichnung aller Bedienelemente mit leicht erkennbaren und standardisierten Piktogrammen.
  • Eine Nutzung des Fahrzeuges und seiner Innenausstattung muss ohne die Notwendigkeit zur sprachlichen Kommunikation möglich sein (z. B. keine Notwendigkeit zum Gebrauch einer Gegensprechanlage)
  • Fahrzeuge des Schienenpersonennahverkehrs nach Eisenbahn-, Bau- und Betriebsordnung (EBO) sollten auch auf kurzen Strecken über Toiletten verfügen.

Optik

  • Wahrnehmbarkeit optischer Angaben in kurzer Entfernung, mit kontraststarker Gestaltung, blendfrei und mit angemessener Schriftgröße.
  • Leichte Wahrnehmung, Erkennung und Unterscheidung aller Ausstattungselemente (Türen, Gänge, Podeste, Sitze, Stehflächen) durch kontraststarke Gestaltung und Vermeidung von Blendung durch Lichtquellen.

Akustik

  • Für den Geräuschpegel und die Nebengeräusche im öffentlichen Bereich ausgelegte akustische Darreichung aller Informationen zu Endhaltestelle, Fahrtverlauf, nächster Haltestelle, Umsteigemöglichkeiten, etc.

Erarbeitet von einer Arbeitsgruppe des Deutschen Behindertenrates unter Leitung von Dr. Volker Sieger.

Letzte Aktualisierung am 19.07.10