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Inhalt

Seminar Barrierefreies Bauen II: Barrierefreiheit in öffentlich zugänglichen Gebäuden

Das Seminar richtet sich an die für die Planung und Ausführung von Baumaßnahmen in öffentlich zugänglichen Gebäuden Verantwortlichen, insbesondere an Planer und Ausführende aus den Bereichen Hochbau und Gebäudemanagement.

Seminarinhalt

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung gewinnt das Thema Barrierefreiheit immer mehr an Bedeutung. Immer mehr alte Menschen, von denen viele eine Behinderung haben, sind auf eine barrierefreie Gestaltung ihrer Umwelt angewiesen. Dabei wird unter dem Begriff der Barrierefreiheit nicht nur der barrierefreie Zugang zu einem Gebäude verstanden, sondern die Auffindbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit öffentlicher Gebäude für alle Menschen. Insbesondere die Belange der Menschen mit Sehbehinderungen und Hörbehinderungen wurden aber in der Vergangenheit bei der barrierefreien Gestaltung öffentlicher Gebäude vergessen. Daher bilden die Anforderungen für Menschen mit Sinnesbehinderungen einen inhaltlichen Schwerpunkt des Seminars.

Das Seminar sensibilisiert die Teilnehmer für das komplexe Themenfeld der Barrierefreiheit und beginnt mit einem Selbsterfahrungsteil. Das Seminar wird von einem Architekten geleitet und vermittelt neben dem rechtlichen Rahmen praktische Lösungsbeispiele für Barrierefreiheit.

Selbsterfahrungsteil

Referenten:

  • Kerstin Hettrich-Engstfeld, Rehabilitationslehrerin für Blinde und Sehbehinderte - Homepage von Kerstin Hettrich-Engstfeld
  • Architekt Dipl.-Ing. Martin Philippi (Forschungsinstitut Technologie und Behinderung - FTB)

In einem Selbsterfahrungsteil sollen Möglichkeiten und Grenzen der Mobilität und Selbstständigkeit bei Behinderung in öffentlichen Gebäuden erfahrbar werden:

  • Führung unter Anleitung einer Rehabilitationslehrerin für blinde und sehbehinderte Menschen (Orientierungs- und Leitsysteme, taktile Informationen etc.)
  • Simulation einer Sehbehinderung mit Hilfe von Simulationsbrillen (Visuelle Informationen, Kontraste, Sicherheit etc.)
  • Erprobung der eigenen Mobilität im Rollstuhl (Bewegungsflächen, Rampen, Reichweiten, Kraftaufwand beim Türöffnen etc.)
  • Erprobung der eigenen Mobilität im Alterssimulationsanzug (Treppensteigen, Sicherheit, Reichweiten etc.)

Grundlagen und Lösungsbeispiele

Referent:

  • Architekt Dipl.-Ing. Martin Philippi (FTB)

Gesetzliche Grundlagen für Barrierefreiheit:

  • UN Behindertenrechtskonvention
  • Bundesbehindertengleichstellungsgesetz
  • Behindertengleichstellungsgesetz NRW

Bauordnungsrechtliche Grundlagen für Barrierefreiheit in öffentlich zugänglichen Gebäuden:

  • Bauordnung NRW § 55
  • Erläuterungen des Ministeriums für Bauen und Verkehr NRW zu den Tatbestandsvoraussetzungen des § 55 BauO NRW

DIN-Normen:

  • DIN 18040-1 Barrierefreies Bauen - Planungsgrundlagen - Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude
  • DIN 18041 - Hörsamkeit in kleinen bis mittelgroßen Räumen
  • DIN 32975 - Gestaltung visueller Informationen im öffentlichen Raum zur barrierefreien Nutzung
  • DIN 32984 - Bodenindikatoren im öffentlichen Raum
  • DIN EN 81-70 - Sicherheitsregeln für die Konstruktion und den Einbau von Aufzügen – Besondere Anwendungen für Personen- und Lastenaufzüge – Teil 70: Zugänglichkeit von Aufzügen für Personen einschließlich Personen mit Behinderungen

Bauliche Barrieren und Lösungsbeispiele in öffentlich zugänglichen Gebäuden:

Besondere Anforderungen aus Nutzerperspektive, z.B. Rollstuhlbenutzer, Menschen mit Gehbehinderungen, Sehbehinderungen, Blinde, Gehörlose und Menschen mit Hörschädigungen sowie ältere Menschen:

  • Mobilität (Bewegungsflächen, Reichweiten, Durchgänge etc.)
  • Orientierung (Orientierungs- und Leitsysteme, visuelle, taktile und akustische Hilfen)
  • Sicherheit (Visuelle, taktile und akustische Hilfen, Kontraste, Notruf, etc.)