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Lösungen nach DIN 18040-1:

Abbildung der Broschüre Barrierefreiheit in öffentlich zugänglichen Gebäuden
Barrierefreiheit in öffentlich zugänglichen Gebäuden, Lösungsbeispiele (...) unter Berücksichtigung der DIN 18040-1, 10/2017; 4. überarbeitete Aufl.

Inhalt

Was ist barrierefreie Informationstechnik?

Barrierefreie Informationstechnik

Barrierefreie Informationstechnik verfolgt das Ziel, digital zur Verfügung stehende Anwendungen und Informationsangebote für alle Menschen nutzbar zu machen. Ein Zugang zur Informationstechnik für Menschen mit Behinderungen kann durch die Informationstechnik selbst erfolgen, zum Beispiel durch integrierte Programme im Betriebssystem. Manche funktionale Einschränkung erfordert jedoch den Einsatz von individuell angepassten Hilfsmitteln, zum Beispiel eine andere Art der Mauszeigerbedienung oder ein Bildschirmvorleseprogramm.
Barrierefreie informationstechnische Lösungen müssen daher immer auch Schnittstellen für individuell angepasste, assistive Technologie für die Ein- oder Ausgabe zur Verfügung stellen.

Im Zuge des Benachteiligungsverbotes im öffentlichen Recht des Bundes und der Länder (Behinderten­gleichstellungsgesetze) und den hiervon abgeleitet entwickelten Rechtsverordnungen zur barrierefreien Informationstechnik (BITV) wird der Begriff der „Barrierefreien Informationstechnik“ vielfach mit Zugänglichkeit von Internetseiten für Menschen mit Behinderungen gleichgesetzt.

Barrierefreie Informationstechnik“ bedeutet in diesem Fall, dass die Informationstechnik selbst (d.h. durch die Internetseiten) möglichst keine Barrieren aufbaut und dass zum Beispiel die Bedienung ausschließlich über die Tastatur oder eine Vergrößerung der Seiten nicht durch die Programmierung der Seiten selbst verhindert wird. Vielmehr sollen mehrere Anforderungen erfüllt werden, welche durch den Browser selbst oder in Zusammenarbeit mit speziellen Ein- oder Ausgabegeräten die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen verbessern. Die beiden genannten Beispiele stellen nur einen kleinen Ausschnitt dieser Anforderungen dar.

Die Anforderungen zur ersten BITV von 2002 waren bereits an die international anerkannten Empfehlungen und Richtlinien des World Wide Web Consortium (W3C) angelehnt. Die BITV 2.0 vom 12. September 2011 enthält im Anhang 1 eine Übersetzung des Bundes der Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.0 (Zugänglichkeitsrichtlinien für Web-Inhalte 2.0) der Web Accessibility Initiative (WAI) des W3C.
Nordrhein-Westfalen hat sich bemüht den bereits 2004 international diskutierten Entwurf der WCAG 2.0 für die BITV NRW mit zu berücksichtigen. Die in den WCAG 2.0 diskutierten Prinzipien der Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Kompatibilität flossen in die Formulierung des § 2 Prinzipien und anzuwendende Standards der BITV NRW ein. Für Details verweist die BITV NRW auf die (jeweils gültige) BITV des Bundes.

Die WCAG 2.0 wurden im Oktober 2012 als internationaler Standard ISO/IEC 40500 anerkannt und sind damit der weltweit anerkannte Standard für Barrierefreie Informationstechnik.
Die Weiterentwicklung Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) 2.1 berücksichtigt verstärkt mobile Endgerätenutzung.
Für die DIN EN 301549:2015-11 – Anforderungen an die Barrierefreiheit für öffentliche Beschaffung von IKT-Produkten und -Dienstleistungen in Europa wurden – neben verschiedenen ISO-Richtlinien zur Mensch-Maschine-Schnittstelle – ebenfalls die WCAG 2.0 berücksichtigt. Diese DIN-Norm geht jedoch weit über funktionale Anforderungen für Webinhalte hinaus und beschreibt unter anderem auch Anforderungen an Hardware und Betriebssysteme zur Barrierefreiheit.

In den nachfolgenden Abschnitten sind Definitionen in der Gesetzgebung aufgeführt:

Informationstechnik und BITV

BITV § 1 Sachlicher Geltungsbereich

In § 1 der BITV des Bundes wird als sachlicher Geltungsbereich angegeben, dass die Verordnung für folgende Bereiche der Bundesverwaltungsbehörden gilt:

  1. Internetauftritte und -angebote,
  2. Intranetauftritte und -angebote, die öffentlich zugänglich sind, und
  3. mittels Informationstechnik realisierte grafische Programmoberflächen einschließlich Apps und sonstige Anwendungen für mobile Endgeräte, die öffentlich zugänglich sind.
BITV NRW § 1 Geltungsbereich

Während der Bund in der Begründung seiner Rechtsverordnung die Anwendungen auf das rein intern genutzte, nicht öffentlich gemachte Intranet ausdrücklich ausschloss und für Zugangsfragen in diesem Zusammenhang auf die einschlägigen Gesetze des Bundes zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben verweist, geht die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung des Landes Nordrhein-Westfalen (BITV-NRW) einen Schritt weiter und bezieht auch Intranetangebote mit ein.

In § 1 der BITV NRW wird als Geltungsbereich angegeben:

Diese Verordnung gilt für Internet- und Intranetangebote der in § 1 Absatz 2 BGG NRW Genannten sowie die von Ihnen zur Verfügung gestellten Programmoberflächen im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung, einschließlich öffentlich zugänglichen Informationsterminals und Datenträgern (CD und DVD).

Im zitierten § 1 Absatz 2 des BGG NRW ist aufgeführt:

(2) Dieses Gesetz gilt für Träger öffentlicher Belange nach § 2 des Inklusionsgrundsätzegesetzes vom 14. Juni 2016 (GV. NRW. S. 442).

In zitierten § 2 des Inklusionsgrundsätzegesetzes (IGG NRW) ist aufgeführt:

Dieses Gesetz gilt für die Träger öffentlicher Belange. Träger öffentlicher Belange im Sinne dieses Gesetzes sind alle Dienststellen und Einrichtungen des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände, der sonstigen der Aufsicht des Landes unterstehenden juristischen Personen des öffentlichen Rechts und der Beliehenen. Der Landtag, die Gerichte und die Staatsanwaltschaften sind Träger öffentlicher Belange im Sinne dieses Gesetzes, soweit sie Aufgaben der öffentlichen Verwaltung wahrnehmen. Träger öffentlicher Belange sind darüber hinaus Eigenbetriebe und Krankenhäuser des Landes, der Gemeinden und Gemeindeverbände, Hochschulen, der Landesrechnungshof sowie die staatlichen Rechnungsprüfungsämter, die oder der Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Nordrhein-Westfalen, der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen und die Landesbetriebe im Sinne des § 14a des Landesorganisationsgesetzes vom 10. Juli 1962 (GV. NRW. S. 421), das zuletzt durch Artikel 2 des Gesetzes vom 1. Oktober 2013 (GV. NRW. S. 566) geändert worden ist. Die Träger öffentlicher Belange sollen bei der Förderung und Stärkung inklusiver Lebensverhältnisse auch Vorbildfunktion für alle weiteren Bereiche der Gesellschaft übernehmen. Der Westdeutsche Rundfunk Köln und die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen sind Träger öffentlicher Belange, soweit nicht sondergesetzliche Regelungen, die der Ausgestaltung des Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes dienen, bestehen.

Barrierefreiheit im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG)

BGG § 4 Barrierefreiheit

In § 4 des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes ist Barrierefreiheit definiert als:

Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.

BGG NRW § 4 Barrierefreiheit

In § 4 Absatz 1 und 2 des Landesbehindertengleichstellungsgesetzes Nordrhein-Westfalen ist Barrierefreiheit etwas ausführlicher definiert als:

  1. Die Erreichung von Barrierefreiheit für Menschen mit Behinderungen ist ein zentrales Ziel dieses Gesetzes, das von den Trägern öffentlicher Belange im Rahmen ihrer Zuständigkeit zu verwirklichen ist. Barrierefreiheit im Sinne dieses Gesetzes ist die Auffindbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit der gestalteten Lebensbereiche für alle Menschen. Die Auffindbarkeit, der Zugang und die Nutzung müssen für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe möglich sein. Hierbei ist die Nutzung persönlicher Hilfsmittel zulässig.

  2. Zu den gestalteten Lebensbereichen gehören insbesondere bauliche und sonstige Anlagen, die Verkehrsinfrastruktur, Beförderungsmittel im Personennahverkehr, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen sowie Kommunikationseinrichtungen. Zur Auffindbarkeit, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit gehört auch die Gewährleistung der Verständlichkeit von Informationen.

Damit Lebensbereiche für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind, müssen die im BGG genannten Bereiche so gestaltet werden, dass sie von Menschen mit Behinderungen entweder direkt ohne weitere Hilfsmittel genutzt werden können, oder diese Bereiche müssen so gestaltet sein, dass sie möglichst mit individuell angepassten Hilfsmitteln zusammen arbeiten können.

Erklärende Begriffe zur Barrierefreiheit im BGG

Mit der Erklärung von Barrierefreiheit im BGG tauchen weitere Begriffe auf, die nicht auf Anhieb verständlich erscheinen und im Folgenden kurz erläutert werden.

Systeme der Informationsverarbeitung

Teilweise werden die Begriffe „Informationsverarbeitung“, „Datenverarbeitung“ und „Informationstechnik“ als austauschbare Begriffe bedeutungsgleich verwendet.
Unter dem Oberbegriff „Informationstechnik“ werden im allgemeinen sowohl die zur Informations- und Datenverarbeitung benötigte Hardware als auch die benötigte Software verstanden. „Informations- und Datenverarbeitung“ bezieht sich eher auf Programme und Prozesse, die bei Erfassung, Bearbeitung oder Darstellung von Daten mittels Computern verwendet werden.

Systeme der Informationsverarbeitung können zum Beispiel Programmoberflächen oder Internetseiten sein, aber auch Apps für mobile Geräte oder Dokumente im PDF- und anderen Formaten.

Akustische und visuelle Informationsquellen

Im Informationszeitalter ist das Internet zumindest eine wichtige Informationsquelle. Eine andere „visuelle Informationsquelle“ sind gedruckte Informationen: Bücher, Broschüren, Handzettel. Aber auch Schilder und Beschilderungen stellen „visuelle Informationsquellen“ dar.

Kommunikationseinrichtungen

Der Begriff „Kommunikationseinrichtungen“ ist ähnlich weit gefasst und schwerfällig wie der Ausdruck „Systeme der Informationsverarbeitung“. Im Alltagsverständnis ist mit „Kommunikation“ im Allgemeinen der verbale Austausch zwischen 2 oder mehreren Menschen gemeint. Der Austausch kann jedoch auch schriftsprachlich oder nonverbal erfolgen und muss sich je nach philosophischer Sichtweise nicht unbedingt auf Menschen oder Lebewesen beschränken: wir kommunizieren auch mit unserer Umwelt.
Ein Telefon ist ebenso eine „Kommunikationseinrichtung“ wie die reale Anlaufstelle auf einem Amt.

Im Übereinkommen der Rechte behinderter Menschen der UN (PDF) wird Kommunikation in Artikel 2 Begriffsbestimmungen definiert als:

Im Sinne dieses Übereinkommens
schließt „Kommunikation“ Sprachen, Textdarstellung, Brailleschrift, taktile Kommunikation, Großdruck, leicht zugängliches Multimedia sowie schriftliche, auditive, in einfache Sprache übersetzte, durch Vorleser zugänglich gemachte sowie ergänzende und alternative Formen, Mittel und Formate der Kommunikation, einschließlich leicht zugänglicher Informations- und Kommunikationstechnologie, ein.

Barrierefreiheit im Übereinkommen der Rechte behinderter Menschen der Vereinten Nationen

UN BRK Artikel 9 Zugänglichkeit

In Artikel 9 des Übereinkommen der Rechte behinderter Menschen der UN (PDF) wird Barrierefreiheit definiert als:

  1. Um Menschen mit Behinderungen eine unabhängige Lebensführung und die volle Teilhabe in allen Lebensbereichen zu ermöglichen, treffen die Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen mit dem Ziel, für Menschen mit Behinderungen den gleichberechtigten Zugang zur physischen Umwelt, zu Transportmitteln, Information und Kommunikation, einschließlich Informations- und Kommunikationstechnologien und -systemen, sowie zu anderen Einrichtungen und Diensten, die der Öffentlichkeit in städtischen und ländlichen Gebieten offenstehen oder für sie bereitgestellt werden, zu gewährleisten. Diese Maßnahmen, welche die Feststellung und Beseitigung von Zugangshindernissen und -barrieren einschließen, gelten unter anderem für

    1. Gebäude, Straßen, Transportmittel sowie andere Einrichtungen in Gebäuden und im Freien, einschließlich Schulen, Wohnhäusern, medizinischer Einrichtungen und Arbeitsstätten;

    2. Informations-, Kommunikations- und andere Dienste, einschließlich elektronischer Dienste und Notdienste.

  2. Die Vertragsstaaten treffen außerdem geeignete Maßnahmen,

    1. um Mindeststandards und Leitlinien für die Zugänglichkeit von Einrichtungen und Diensten, die der Öffentlichkeit offenstehen oder für sie bereitgestellt werden, auszuarbeiten und zu erlassen und ihre Anwendung zu überwachen;

    2. um sicherzustellen, dass private Rechtsträger, die Einrichtungen und Dienste, die der Öffentlichkeit offenstehen oder für sie bereitgestellt werden, anbieten, alle Aspekte der Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen berücksichtigen;

    3. um betroffenen Kreisen Schulungen zu Fragen der Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen anzubieten;

    4. um in Gebäuden und anderen Einrichtungen, die der Öffentlichkeit offenstehen, Beschilderungen in Brailleschrift und in leicht lesbarer und verständlicher Form anzubringen;

    5. um menschliche und tierische Hilfe sowie Mittelspersonen, unter anderem Personen zum Führen und Vorlesen sowie professionelle Gebärdensprachdolmetscher und -dolmetscherinnen,zur Verfügung zu stellen mit dem Ziel, den Zugang zu Gebäuden und anderen Einrichtungen, die der Öffentlichkeit offenstehen, zu erleichtern;

    6. um andere geeignete Formen der Hilfe und Unterstützung für Menschen mit Behinderungen zu fördern, damit ihr Zugang zu Informationen gewährleistet wird;

    7. um den Zugang von Menschen mit Behinderungen zu den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien und -systemen, einschließlich des Internets, zu fördern;

    8. um die Gestaltung, die Entwicklung, die Herstellung und den Vertrieb zugänglicher Informations- und Kommunikationstechnologien und -systeme in einem frühen Stadium zu fördern, sodass deren Zugänglichkeit mit möglichst geringem Kostenaufwand erreicht wird.

Informationstechnik im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG)

BGG § 12 Informationstechnik

In § 12 des Bundesbehindertengleichstellungsgesetzes ist Informationstechnik definiert als:

  1. Träger öffentlicher Gewalt im Sinne des § 1 Absatz 2 Satz 1 gestalten ihre Internetauftritte und -angebote sowie die von ihnen zur Verfügung gestellten grafischen Programmoberflächen, einschließlich Apps und sonstiger Anwendungen für mobile Endgeräte, die mit Mitteln der Informationstechnik dargestellt werden, nach Maßgabe der nach Satz 2 zu erlassenden Verordnung schrittweise technisch so, dass sie von Menschen mit Behinderungen grundsätzlich uneingeschränkt genutzt werden können. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bestimmt durch Rechtsverordnung, die nicht der Zustimmung des Bundesrates bedarf, nach Maßgabe der technischen, finanziellen und verwaltungsorganisatorischen Möglichkeiten

    1. die in den Geltungsbereich der Verordnung einzubeziehenden Gruppen behinderter Menschen,

    2. die anzuwendenden technischen Standards sowie den Zeitpunkt ihrer verbindlichen Anwendung,

    3. die zu gestaltenden Bereiche und Arten amtlicher Informationen.

  2. Träger öffentlicher Gewalt im Sinne des § 1 Absatz 2 Satz 1 gestalten ihre allgemeinen, für die Beschäftigten bestimmten Informationsangebote im Intranet sowie ihre elektronisch unterstützten Verwaltungsabläufe, einschließlich Verfahren zur elektronischen Vorgangsbearbeitung und elektronischen Aktenführung, schrittweise barrierefrei. Hierzu ist die Barrierefreiheit entsprechend den allgemein anerkannten Regeln der Technik, insbesondere bei Neuanschaffungen, Erweiterungen und Überarbeitungen, bereits bei der Planung, Entwicklung, Ausschreibung und Beschaffung zu berücksichtigen. Von dem Gebot der barrierefreien Gestaltung kann abgesehen werden, wenn die barrierefreie Gestaltung unverhältnismäßigen technischen Aufwand erfordert. Die Regelungen zur behinderungsgerechten Einrichtung und Unterhaltung der Arbeitsstätten zu Gunsten von Menschen mit Behinderungen in anderen Rechtsvorschriften, insbesondere im Neunten Buch Sozialgesetzbuch, bleiben unberührt. Die obersten Bundesbehörden erstellen bis zum 30. Juni 2021 Berichte über den Stand der Barrierefreiheit der Informationsangebote und Verwaltungsabläufe nach Satz 1 und verbindliche und überprüfbare Maßnahmen- und Zeitpläne zum weiteren Abbau von Barrieren.

  3. Die Bundesregierung wirkt darauf hin, dass auch gewerbsmäßige Anbieter von Internetseiten sowie von grafischen Programmoberflächen, die mit Mitteln der Informationstechnik dargestellt werden, durch Zielvereinbarungen nach § 5 ihre Produkte entsprechend den technischen Standards nach Absatz 1 gestalten.

BGG NRW § 10 Barrierefreie Informationstechnik

In § 10 des Landesbehindertengleichstellungsgesetzes Nordrhein-Westfalen ist Informationstechnik definiert als:

  1. Die Träger öffentlicher Belange gestalten die von ihnen zur Verfügung gestellten Programmoberflächen im Bereich der elektronischen Datenverarbeitung sowie ihre Online-Auftritte und -Angebote schrittweise technisch so, dass sie von Menschen mit Behinderungen genutzt werden können.

  2. Das für den Bereich der Politik für und mit Menschen mit Behinderungen federführend zuständige Ministerium wird ermächtigt, im Einvernehmen mit den übrigen Ressorts durch Rechtsverordnung nähere Regelungen über die barrierefreie Gestaltung der Informationstechnik im Sinne des Absatzes 1 und die dabei anzuwendenden Standards zu treffen.

Letzte Aktualisierung am 09.05.18