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Inhalt

Bürgerforum Barrierefreieres Bochum

Teilnehmer Bürgerforum in Bochum, Donnerstag, 2.4.2009 von 18 Uhr bis 19:45 Uhr

Eine Veranstaltung der agentur barrierefrei NRW und der Arbeitsgemeinschaft Behinderte in Bochum

Neunundzwanzig Jahre besteht die Arbeitsgemeinschaft Behinderter in Bochum, berichtete deren Sprecher Werner Hirschmann in seiner Eröffnungsrede, die er anlässlich des Bürgerforums barrierefrei in Bochum im Foyer der Volkshochschule Bochum hielt. Es waren neunundzwanzig Jahre in den versucht wurde, die Stadt Bochum barrierefreier zu gestalten. Nachdem das Thema im Anfang auf Ignoranz stieß, so berichtete Werner Hirschmann, besteht inzwischen die Bereitschaft an vielen Stellen Stück für Stück Barrierefreiheit zu erreichen.

Auch die Bürgermeisterin Gabriela Schäfer, die die Oberbürgermeisterin und Schirmherrin der Veranstaltung vertrat, ging in ihrer Eröffnungsrede auf den Paradigmenwechsel in der Behindertenhilfe ein. Sie berichtete u.a. von dem Biene Award, in dem die Barrierefreiheit der Web-Site des Stadtsportbundes Bochum ausgezeichnet wurde.

In den moderierten Abschnitten der Veranstaltung ging es dann zunächst um die Barrierefreiheit im öffentlichen Nahverkehr. Auch hier gibt es noch Defizite, die städtischen Verkehrsbetriebe bogestra sind aber bemüht Barrierefreiheit zu verwirklichen. Hierzu gehört eine vorbildliche Web-Site mit wichtigen Informationen. Sehr viel schwieriger ist die Situation an den Bahnhöfen der Bahn, die besonders im Ortsteil Langendreer oft verwüstet werden. Durch die Vandalismusschäden verlieren die Bahnhöfe oft an Zugänglichkeit für alte und behinderte Menschen. Da die Reparaturen über Monate ausbleiben, verschärft sich die Lage für die Menschen, die in den östlichen Stadtteilen Bochums leben.

Eher Ratlosigkeit herrschte bei der Frage, ob es in Bochum eine barrierefreie Gastronomie gibt. Das beliebte Bermudadreieck ist für Menschen mit Behinderungen kaum Zugänglichkeit. Öffentliche Toiletten auch für behinderte Menschen sind allerdings geplant. Wer in Bochum als Rollstuhlfahrer übernachten will, hat kaum eine Chance, denn die Hotels sind für mobilitätseingeschränkte Menschen in der Regel nicht zugänglich.

Ähnliche Defizite gibt es in der ärztlichen Versorgung. Der Seniorenbeirat plant allerdings eine Liste mit barrierefreien Arztpraxen zu veröffentlichen.

Auch bei den Geldinstituten wie der Sparkasse Bochum gibt es zwar Bemühungen barrierefreie Geldautomaten aufzustellen und die Zugänglichkeit der Zweigestellen zu ermöglichen, doch die Defizite sind noch groß. Da die Erforderlichkeit dort erst sehr spät erkannt wurde, ist noch nicht hinreichende Barrierefreiheit verwirklicht worden. Die nachhaltige Ignoranz der Deutschen Post und der Postbank ihre Verkaufsstellen barrierefrei zu gestalten, wurde auch in Bochum erfahren.

Die Veranstaltung wurde in einer offenen Form moderiert und fand im Foyer der Volkshochschule quasi wie auf einem Marktplatz statt. Gäste der Volkshochschule liefen vorbei, hörten zu und machten das Miteinander Reden der überwiegend behinderten Teilnehmer zu einem öffentlichen Philosophieren über die Teilhabemöglichkeiten an einem Gemeinwesen. Es wurde deutlich, dass mit diesen Formen der öffentlichen und politischen Teilhabe sehr moderne Formen der Gemeinwesensteuerung erreicht werden können. Mit der Veranstaltung wurde eine Methode praktiziert, die dem Bürgern Raum lässt sich zu artikulieren, mit zu tragen, zu entscheiden und Verantwortung zu übernehmen. Sie ist ein Abweichen in der Informationsvermittlung von üblichen Frontalinformationen, die inzwischen über andere Medien wie Internet, Newsletter usw. besser gewährleistet werden können. In der Veranstaltung kamen der Bürger und damit auch der behinderte Bürger zu Wort, die als Experte in eigener Sache, über hohe Sach- und Kommunikationskompetenz verfügen.

Sie waren großartige Kommunikationspartner, schloss der Moderater Wolfgang Wessels von der agentur barrierefrei NRW am Ende der Veranstaltung gegenüber den fünfzig erschienen Menschen.

Erstellt am 03.04.09